Frequenzsynthesizer, Quarzoszillatoren, Taktsignalgeber-IC’s, etc., sind, obwohl sie wesentlich für die ordnungsgemäße Funktion von vielen elektronischen Geräten notwendig sind, die Haupt-EMV-Erzeugerquellen in elektronischen Schaltkreisen. EMV-Reduzierung ist deshalb das Top-Thema für die Entwickler digitaler Systeme, die taktsignal- und frequenzerzeugende Komponenten verwenden.
Obwohl konventionelle EMV-Reduzierungs-Methoden (Abschirmung, spezielle Beschichtungen, Filterkomponenten, usw.) immer noch allgemein verwendet werden, haben die immer strengeren EMV-Vorschriften und das Kostenbewusstsein zur Entwicklung alternativer und kostengünstiger Lösungen geführt.
Zusätzlich zur Erzeugung des gewünschten elektrischen Signals, strahlt ein Frequenzgenerator auch elektromagnetische Wellen über das Frequenzspektrum des elektrischen Signals aus, welches durch ihn erzeugt wird. Diese elektromagnetischen Wellen weisen eine Frequenz auf, die auf andere Geräte ansprechen können. In diesem Fall könnte dieser Umstand eine ordnungsgemässe Funktion dieser Geräte verhindern. Solche elektromagnetischen Emissionen stellen elektromagnetische Störungen (EMV) dar. Je grösser die ausgestrahlte Energie des Signals ist, umso stärker ist die Störung. EMV bestimmt sich daher durch die von der Frequenzquelle ausgestrahlte Energie, üblicherweise nach dem resultierenden elektrischen Feld, welches in dBµV/m in einer bestimmten Frequenz gemessen wird.
Es ist wichtig, anzumerken, dass EMV-Emissionen über das gesamte Frequenzspektrum des Signals, welches EMV verursacht, erzeugt werden. Deshalb ist bei der Berücksichtigung der EMV-Emissionen über ein bestimmtes Frequenzspektrum zwischen Spitzenemissionen und durchschnittlichen Emissionen zu unterscheiden. Spitzenemissionen werden als das höchste dBµV/m-Niveau, das über das Frequenzspektrum des Signals erreicht wird, definiert, während durchschnittliche Emissionen als das dBµV/m-Niveau definiert werden, das über das Frequenzspektrum des Signals ausgestrahlt wird.
In Bezug auf EMV konzentrieren sich die bestehenden Vorschriften im Wesentlichen auf die Verhinderung von Störungen bei jedweder bestimmten Frequenz. Deshalb begrenzen Regulierungsbehörden Spitzenemissionen eher als durchschnittliche Emissionen.
Für eine bestimmte Signalquelle konzentriert sich die ausgestrahlte Energie (in anderen Worten die EMV-Emissionen) innerhalb des Frequenzspektrums des Signals. Anders betrachtet bedeutet dies, dass, wenn die Stärke des Signals konstant gehalten wird, die Spitzenemissionen reduziert werden, sobald das Frequenzspektrum des Signals über eine größere Bandbreite gestreut werden kann. Die Anwendung dieses Prinzips wird als Spreizspektrum bezeichnet.
Spread Spectrum ICs senken die EMV und die Kosten
Für Anwendungen, bei denen EMV-Emissionen kritisch sind, empfehlen wir den Einsatz von Frequenzsynthesizern und Taktgebern mit SST (Spread Spectrum Technology = Spreizspektrum-Technology) unserer Serie PLL701, um EMV-Emissionen direkt an ihrer Quelle zu reduzieren, anstatt posteriori-Methoden (wie Abschirmung, Beschichtung oder zusätzliche Filter) zu verwenden, um deren Ausbreitung zu begrenzen. Indem andere EMV-Reduzierungsmethoden und -Komponenten unnötig werden, ergeben sich aus SST häufig wichtige Kosteneinsparungsmöglichkeiten. SST-Taktchips und SST-Frequenzgeber ermöglichen dem Entwickler beispielsweise die Anzahl der Komponenten zu verringern, die Vorbereitung und Montage des Gehäuses zu vereinfachen oder günstigere Gehäusematerialien zu verwenden. Erfahrungen in der Praxis zeigten, dass durch den Ersatz eines traditionellen Metallgehäuses zur Verringerung von EMV-Emissionen mit einer fortschrittlichen Spread-Spectrum-Technology Kosteneinsparungen von € 10,00 pro Gerät erreicht werden konnten.
Ein weiterer Vorteil den unsere SST basierenden Bausteine in miniaturisierten QFN, SSOP 8 und SSOP 16 Gehäusen dem Anwender bieten ist die Reduktion der Entwicklungszeit, damit als Konsequenz die Flexibilität und die schnellere Marktreife neuer Produkte.
Das Spektrum an verfügbaren SST-IC’s ist so vielfältig, dass es für jede Problemstellung die kostengünstige Lösung gibt.
Wie funktioniert Spread Spectrum?
Eine leichte Frequenzmodulation für das Signal, welches EMV verursacht, ist mit der Anreicherung des Frequenzspektrums dieses Signals vergleichbar, was bedeutet, dass das Frequenzspektrum über eine grössere Bandbreite verteilt und somit die gewünschte „Streuung“ des EMV-Emissions-Spektrums erreicht wird. Durch die Verwendung von Niedrig-EMV-Frequenzsynthesizern und Taktgebern mit SST (Spread Spectrum Technology) können EMV-Reduzierungen von 10 bis 20dB und mehr erreicht werden.
Abbildung 1 zeigt das Dreiecksmodulationsprofil, welches zur Erzeugung unserer SST verwendet wird; es ist deutlich, dass die verwendete Modulationsfrequenz (Ablenkgeschwindigkeit) im Verhältnis zur Frequenz des Taktsignals, bei dem SST angewandt wird, extrem niedrig ist (typische Ablenkgeschwindigkeiten variieren von 30kHz bis zu 60kHz, abhängig von den Komponenten).