Petermann-Technik Lexikon

Schwingungsformen bei Schwingquarzen

Schwingquarze können in verschiedenen mechanischen Schwingungsmodi betrieben werden. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Geometrie, Frequenzeigenschaften, Temperaturverhalten und Eignung für bestimmte Anwendungen.

1. Biegeschwingung (Flexurmodus / Bending Mode)

  • Frequenzbereich: typisch < 100 kHz
  • Einsatz: meist in Stimmgabelquarzen mit 32.768 kHz
  • Vorteile: geringer Stromverbrauch, kompakt
  • Besonderheit: mechanisch empfindlich gegenüber Schock und Vibration

2. Längsschwingung (Longitudinal Mode)

  • Frequenzbereich: meist im kHz- bis niedrigen MHz-Bereich
  • Richtung der Schwingung: entlang der Längsachse des Quarzkristalls
  • Typische Cuts: X-Cut, Y-Cut
  • Nachteile: relativ stark temperaturabhängig

3. Torsionsschwingung (Torsional Mode)

  • Eher selten verwendet
  • Drehschwingung um die Kristallachse
  • Komplexe Geometrie und schwer kontrollierbar

4. Scherungsschwingung (Shear Mode / wird normalerweise bei MHz Quarzen verwendet)

  • Wichtigster Modus für Hochfrequenzanwendungen
  • Typische Cuts: insbesondere AT-Cut, auch BT-Cut
  • Bewegungsrichtung: Verschiebung paralleler Kristallebenen gegeneinander
  • Vorteile: geringe Temperaturabhängigkeit, hohe Frequenzstabilität

     

Das Bild zeigt exemplarisch die unterschiedlichen Schwingungsformen von Schwingquarzen: 

AT-Cut Schwingquarze – Welche Schwingungsform?

Der AT-Cut-Quarz ist der am häufigsten verwendete Quarzausschnitt für Schwingquarze bis ca. 285 MHz (nur bei der PETERMANN-TECHNIK GmbH erhältlich) im Grundton. 

▶ Verwendete Schwingungsform:

  • Fundamentalschwingung im planaren Schermodus (Thickness Shear Mode)

▶ Merkmale des AT-Cut:

  • Schwingungsebene: parallel zur Quarzplatte
  • Schwingungsrichtung: Scherung in Richtung der Plattenoberfläche
  • Frequenzbereich: typischerweise bis 285 MHz (Grundmode) nur bei der PETERMANN-TECHNIK GmbH erhältlich
  • Temperaturverhalten: nahezu temperaturkompensierter Bereich nahe 25 °C
  • Vorteile:
    • Sehr gute Frequenzstabilität
    • Geringe Alterung
    • Geringe Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen

Zusammenfassung

Schwingungsform

Beschreibung

Typische Anwendungen

Verwendete Quarzschnitte

Biegeschwingung

Durchbiegung wie ein Balken

Stimmgabelquarze, Uhren

Stimmgabelform

Längsschwingung

Dehnung entlang der Länge

Niederfrequente Filter

X-Cut, Y-Cut

Torsionsschwingung

Drehung um eine Achse

Spezialanwendungen

Diverse

Scherungsschwingung

Gleitbewegung paralleler Ebenen

Hochfrequenz, Uhren, Kommunikation

AT-Cut, BT-Cut

Das Bild zeigt symbolisch das Schwingungsverhalten eines MHz Schwingquarzes im AT-Cut:

Der Dickenscherungsschwingmodus im AT-Cut (oder auch AT-Schnitt) ist der am meisten verwendete Schwingmodus für Schwingquarze überhaupt.

FAQs

Welche Schwingungsformen gibt es bei Schwingquarzen?

Schwingquarze können in verschiedenen mechanischen Schwingungsmodi betrieben werden, die sich in Bewegungsrichtung, Frequenzbereich und Anwendung deutlich unterscheiden. Zu den wichtigsten Schwingungsformen zählen Biegeschwingung, Längsschwingung, Torsionsschwingung und Scherungsschwingung. Die Biegeschwingung wird typischerweise bei Stimmgabelquarzen im niedrigen Frequenzbereich eingesetzt, während die Scherungsschwingung vor allem für MHz-Quarze relevant ist. Längs- und Torsionsschwingungen kommen seltener zum Einsatz, da sie je nach Ausführung stärker temperaturabhängig oder konstruktiv schwerer beherrschbar sind. Die Wahl der passenden Schwingungsform hängt immer von den Anforderungen an Frequenz, Stabilität, Bauform und Einsatzumgebung ab.

Warum ist die Scherungsschwingung bei MHz-Schwingquarzen besonders wichtig?

Die Scherungsschwingung ist der wichtigste Modus für Hochfrequenzanwendungen, weil sie eine hohe Frequenzstabilität und eine geringe Temperaturabhängigkeit ermöglicht. Bei diesem Schwingungsverhalten verschieben sich parallele Kristallebenen gegeneinander, was sich besonders gut für präzise Frequenzvorgaben im MHz-Bereich eignet. Im AT-Cut wird dabei häufig der Dickenscherungsschwingmodus genutzt, der zu den am meisten verwendeten Schwingmodi bei Schwingquarzen zählt. Dieser Modus bietet zudem eine geringe Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen und eine niedrige Alterung. Deshalb ist die Scherungsschwingung die bevorzugte Lösung für Kommunikation, Uhren und viele weitere hochfrequente Elektronikanwendungen.

Welche Vorteile bietet ein AT-Cut-Quarz bei Schwingquarzen?

Der AT-Cut ist der am häufigsten verwendete Quarzausschnitt für Schwingquarze und eignet sich besonders für stabile Anwendungen im MHz-Bereich. Er arbeitet im planaren Schermodus, bei dem die Schwingungsebene parallel zur Quarzplatte verläuft und die Scherung in Richtung der Plattenoberfläche erfolgt. Ein wesentlicher Vorteil des AT-Cut ist sein nahezu temperaturkompensiertes Verhalten im Bereich nahe 25 °C. Zusätzlich überzeugt dieser Quarzschnitt durch sehr gute Frequenzstabilität, geringe Alterung und eine niedrige Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen. Laut Seiteninhalt sind Grundmode-Frequenzen bis 285 MHz bei der PETERMANN-TECHNIK GmbH erhältlich.

Für welche Anwendungen eignet sich die Biegeschwingung bei Schwingquarzen?

Die Biegeschwingung wird vor allem in Stimmgabelquarzen eingesetzt und ist besonders für niedrige Frequenzen geeignet. Typisch ist ein Frequenzbereich unter 100 kHz, wobei 32,768 kHz in Uhrenanwendungen ein klassisches Einsatzgebiet darstellt. Diese Schwingungsform bietet Vorteile wie geringen Stromverbrauch und eine kompakte Bauweise, was sie für batteriebetriebene Geräte attraktiv macht. Gleichzeitig ist sie mechanisch empfindlicher gegenüber Schock und Vibration als andere Schwingungsmodi. Deshalb wird die Biegeschwingung bevorzugt dort eingesetzt, wo niedriger Energiebedarf und kleine Bauformen wichtiger sind als maximale mechanische Robustheit.

Wie unterscheiden sich Längsschwingung, Torsionsschwingung und Scherungsschwingung bei Quarzen?

Die Längsschwingung erfolgt entlang der Längsachse des Quarzkristalls und wird meist im kHz- bis niedrigen MHz-Bereich genutzt. Typische Cuts dafür sind X-Cut und Y-Cut, allerdings ist dieser Modus relativ stark temperaturabhängig und daher nur für bestimmte Anwendungen sinnvoll. Die Torsionsschwingung beschreibt eine Drehschwingung um die Kristallachse, ist geometrisch komplex und schwer kontrollierbar, weshalb sie eher selten verwendet wird. Die Scherungsschwingung dagegen basiert auf einer Gleitbewegung paralleler Kristallebenen und ist der wichtigste Modus für Hochfrequenzanwendungen. Sie bietet eine geringe Temperaturabhängigkeit und hohe Frequenzstabilität, was sie für präzise elektronische Systeme besonders geeignet macht.

Warum PETERMANN-TECHNIK Schwingungsformen bei Schwingquarzen?

PETERMANN-TECHNIK ist ein spezialisierter Ansprechpartner für Schwingquarze, Oszillatoren und frequenzerzeugende Bauelemente mit hoher technischer Kompetenz. Das Unternehmen bietet fundiertes Know-how zu unterschiedlichen Schwingungsformen und deren Eignung für konkrete Anwendungen in Industrie und Elektronik. Besonders hervorzuheben ist die Verfügbarkeit von AT-Cut-Quarzen im Grundmode bis 285 MHz, wie auf der Seite beschrieben. Kunden profitieren von einer präzisen Beratung zu Frequenzbereich, Temperaturverhalten, Stabilität und mechanischen Eigenschaften der jeweiligen Schwingungsart. Damit ist PETERMANN-TECHNIK eine starke Wahl für Unternehmen, die zuverlässige und anwendungsgerechte Lösungen im Bereich Schwingquarze suchen.

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